S. Adolf


2051

Adolf

S.



männlich

12.04.1910

Hackenbuch (Oberösterreich)

römisch-katholisch


Studierende_r






WS 1936/1937



WS 1939/1940


Nein

Nein

Ja

Nein

Adolf S. hat gesundheitliche Probleme. Sein Vater, Karl S., Oberlehrer in Hinterstoder, teilt der Akademie 1939 mit, dass sich bei seinem Sohn "in letzter Zeit eine Erkrankung des Nervensystems eingestellt [habe], die die Inanspruchnahme einer Nervenheilanstalt notwendig machte". S. wird zwei Monate lang (23.4.-17.6.1939) in der Heilanstalt Lehen bei Salzburg stationär behandelt. Das Studentenwerk stellt klar, dass die an der Akademie abgeschlossene Krankenversicherung "alle geistigen- und Nervenerkrankungen" ausschließe, und drängt in der Folge auf einen Studienausschluss des Hörers. Die Akademie schlägt im Oktober 1940 vor, ein medizinisches Gutachten zu erstellen. S. wird daraufhin von der psychiatrischen Klinik des Allgemeinen Krankenhauses in Wien begutachtet und die Akademie hält schließlich in einem Bescheid vom Juli [?] 1941 fest, dass S. infolge seiner Schizophrenie "dauernd unbedingt studienuntauglich" sei. Dem Vater teilt die Akademie mit, dass sie diesen Schritt, zu dem sie vom Studentenwerk in Wien seit über einem Jahr gedrängt worden sei, nicht mehr hinausschieben konnte. S. wird am 31.10.1942 in die psychiatrischen Anstalt Niedernhart (heute: Landes-Nervenklinik Wagner-Jauregg in Linz) aufgenommen, am 14.12.1942 wieder entlassen und am 20.7.1943 neuerlich aufgenommen. Seine (befristete) Zwangsanhaltung in der geschlossenen Anstalt wird im Herbst 1943 beschlossen; ihr folgt die Entmündigung im Juni 1944. S. bleibt in der Anstalt bis zu seinem Tod am 20.4.1945. Als Todesursache wird Herzlähmung angegeben. Zwar ist zu diesem Zeitpunkt das offizielle NS-Euthanasieprogramm schon lange gestoppt, doch es ist nicht ganz auszuschließen, dass Seuffert Opfer der dezentralen Euthanasie geworden ist. Mit Sicherheit lässt sich das seriöserweise jedoch nicht sagen.

UAAbKW, Schülerlisten 1937/1938


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